#43

28.10. bis 04.11.2026

© Florence Behar Aboudaram

Hommage an Robert Guédiguian

Warmherziger Beobachter und politischer Denker

Wir freuen uns, dass Robert Guédiguian dieses Jahr bei uns zu Gast sein wird! Bei den Filmtagen ist er kein Unbekannter: Sein in Deutschland populärster und vom Tübinger Arsenal Filmverleih in die Kinos gebrachte Marius et Jeannette eröffnete das Festival 1997. Außerdem ist Guédiguian Mitproduzent unseres Eröffnungsfilms En Fanfare aus dem vorletzten Jahr.

Robert Guédiguian schafft das fast Unmögliche: ein Kino, das die Welt so zeigt, wie sie ist, und gleichzeitig so, wie sie sein könnte. Guédiguian wurde als Sohn eines armenischen Vaters und einer deutschen Mutter in Marseille geboren. Hier, im Vororthafen L’Estaque spielen viele seiner Filme – mehr noch: Die Stadt Marseille wird oft gleichsam zur Protagonistin. Politischen Aktivismus verknüpft er mit zutiefst menschlichen und warmherzigen Alltagsgeschichten, sein sozialer Realismus hat immer auch etwas Träumerisches.

Guédiguian wurde siebenmal in Cannes, viermal in Venedig und zweimal in Berlin ausgewählt. Dennoch ist sein Werk in Deutschland wenig bekannt. Wir widmen diesem warmherzigen Beobachter und zutiefst menschlichen Erzähler die diesjährige Werkschau und präsentieren eine große Bandbreite seiner Filme, von seinem Erstling Dernier été (1981) bis zum allerneusten Une femme aujourd’hui (2026), seine Marseille-Filme, aber auch solche wie Le Promeneur du Champ-de-Mars (2005) oder Twist à Bamako (2021). Die Vorfreude wächst!