30 Jahre Französische Filmtage Tübingen | Stuttgart

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Eine Woche Französische Filmtage mit einem großartigen Publikum, einer anspruchsvollen und differenzierten Filmauswahl, einem sagenhaften Rahmenprogramm, begeisterntren und begeisternden Gästen, unendlich viel Arbeit und noch viel mehr Vergnügen liegt hinter uns. MERCI BEAUCOUP an alle, die diese wunderbare Geburtstagsfeier möglich gemacht haben.

Et voilà: Alle Preise und Preisträger der 30. Französischen Filmtage Tübingen Stuttgart:

Internationaler Wettbewerb: Filmtage-Tübingen-Preis

5000 Euro, gestiftet vom Tübinger Kinomäzen Volker Lamm (Vereinigte Lichtspiele)

„Au bord du monde“ – Claus Drexel

Die Begründung der Jury (Lars Blumers, Francine Brücher, Anna Juliana Jaenner):

„Wie honorieren den Mut von Claus Drexel, Obdachlosen in Paris eine Stimme zu geben, die sonst übersehen werden. Ein visuell starker Dokumentarfilm, den man nicht vergessen kann. Die Schönheit der Aufnahmen im Kontrast zum Abbild der individuellen persönlichen Schicksale verleihen dem einzigen Dokumentarfilm im Wettbewerb die Kinodimension.“

Preis der Filmkritik

1000 Euro, gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart:

„La Bataille de Solférino“ – Justine Triet

Die Begründung der Jury (Rainer Gansera, Thierry Méranger, Benoît Basirico):

„Es war uns eine Ehre und Freude, zur Kritikerjury der 30. Französischen Filmtage Tübingen gehört zu haben. Wir haben vor allem die Gastfreundschaft von Christopher und dem Festivalteam, der Stadt Tübingen und ihrer Gastronomie genossen. Die Auswahl der Filme, vor allem die Vielfalt, stellt unserer Meinung nach sehr gut den Reichtum des frankophonen Kinos dar.

Wir haben beschlossen einen Film auszuzeichnen, der mit der Mischung einer privaten Beziehungsgeschichte und eines aktuellen Ereignisses Innovation und Provokation zu verbinden wusste. Ein Film, in dem die Schauspieler mit ungeheurer Intensität die Verwirrungen des Herzens und des Verstandes verkörpern und durch die Konflikte einer Familie zu gehen, in denen der Kummer auf den Schwung traditioneller Komödien trifft. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden. „La Bataille de Solférino“ von Justine Triet auszuzeichnen.

Tübinger Publikumspreis

2500 Euro, gestiftet von Volker Lamm:

„Le Passé“ – Asghar Farhadi

Stuttgarter TV5MONDEPublikumspreis

5000 Euro, gestiftet von TV5MONDE.

Das Preisgeld bekommt der deutsche Filmverleih, der den Film in die deutschen Kinosäle bringt. Mit der Vergabe des Preises unterstützt TV5MONDE den Gewinnerfilm bei seiner Distribution in Deutschland sowie durch Promotionsmaßnahmen zu seinem Kinostart.

„Les garçons et Guillaume, à table“ – Guillaume Gallienne

SACEM Preis für die beste originale Filmmusik

1500 Euro, gestiftet von der französischen Musikverwertungsgesellschaft SACEM:

„La chair de ma chair“ – Jérôme Lemonnier 

Die Begründung der Jury (Pascal Le Pennec, Patrice Mestral, Emmanuel d’Orlando) : „Der SACEM Preis für die beste originale Filmmusik geht an Jérôme Lemonnier für „La chair de ma chair“ („Mein eigen Fleisch und Blut“), dem Film von Denis Dercourt. Die Klarheit, die Zurückhaltung und der harmonische Reichtum der Komposition schaffen unmittelbare Emotionen. Die Wiederholungen der Themen, die mit der Präzision eines chemischen Experiments verlaufen, und die Süße der Musik im Gegensatz  zur Gewalt der Thematik sorgen für Unruhe. Die Musik begleitet und vervollständigt auf ideale Weise die Bilder und klingt im Unbewussten wider. All diese Qualitäten haben dafür gesorgt, dass der Film unsere einstimmige Zustimmung erhalten hat.“

Französischer Wettbewerb: Verleihförderpreis

20000 Euro, gestiftet von Unifrance und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg.

Das Geld erhält derjenige deutsche Verleih, der den Gewinnerfilm des Tübinger Publikumspreises in die deutschen Kinos bringen wird.

„Le Passé“ – Asghar Farhadi

Kurzfilmwettbewerb

1000 Euro, gestiftet von der Kreissparkasse Tübingen

Die internationela Jury (Lars Blumers, Francine Brücher, Anna Juliana Jaenner) prämiert den innovativsten Kurzfilm.

„Vikingar“ von Magali Magistry

Begründung der Jury:

„Vikingar überzeugt durch den steten Aufbau der Dramaturgie. Jede Szene bringt neue Überraschungen, der Film ist emotional mitreißend und schafft es auf humorvolle Weise die Entwicklung der Menschheit der letzten 1000 Jahre mit der heutigen Zeit in Relation zu setzen.“

Preis der Schülerjury Tübingen

1000 Euro, gestiftet von Volker Lamm

„Queen of Montreuil“ – Solveig Anspach

Begründung der Jury:

„Wir, die Schülerjury 2013, verleihen den diesjährigen Preis an Solveig Anspach mit ihrem Film „Queen of Montreuil“. Die ausgewogene Mischung zwischen Witz und Ernst, die verschrobenen, doch liebenswert dargestellten Charaktere und die sich zum Positiven entwickelnde Handlung machen den film zu einem richtigen Feel-Good-Movie. Darüber hinaus hat uns die Fähigkeit der Regisseurin beeindruckt, eine eigentlich durchweg traurige Situation mit feinfühligem Humor leichter zu machen.“

Preis der Schülerjury Stuttgart

1000 Euro, gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart

„La Religieuse“ – Guillaume Nicloux

Begründung der Jury:

„Die Schülerjury hat sich für diesen Film entschieden, weil sie von den herausragenden Leistungen der SchauspielerInnen, insbesondere natürlich der Hauptdarstellerin Pauline Etienne, sehr beeindruckt war. Trotz der Literaturvorlage und der historischen Verfilmung konnten sie sich mit der Figur der Suzanne identifizieren. „Wie wäre es, wenn man selber in dieser Situation wäre?“ war eine Frage, die die Jurymitglieder, die im selben Alter wie Suzanne sind, beschäftigt hat. Insgesamt fanden sie den Film mitreißend und spannend, die Schauspielorte, die Kostüme, die Musik und die Farben wirkten für sie authentisch, Erzählung und Aufbau des Films sind ihrer Meinung nach verständlich und aussagekräftig. Die Botschaft, die die SchülerInnen für ihr eigenes Leben mitnehmen ist: „Man soll sich nicht unterdrücken lassen und auf sein eigenes Herz hören!“

Was die ausverkauften Kinosäle vermuten ließen: Die Zuschauerzahlen können sich auch in diesem Jahr wieder sehen lassen. Es sind noch nicht alle Kinosäle ausgezählt, aber wir können uns auf alle Fälle über eine seriöse Hochrechnung von mehr als 12.500 Zuschauerinnen und Zuschauern freuen, liegen also leicht über den Besucherzahlen des Vorjahres.

Jetzt freuen wir uns alle auf einen stimmungsvollen Abschlussabend in Tübingen mit Axelle Roperts außergewöhnlicher Geschichte über Geschwisterliebe: „Tirez la langue, Mademoiselle!“ Claus Drexel wird seinen Filmtage-Tübingen Preis persönlich entgegen nehmen.