Monsieur Je-Sais-Tout | Klugscheißer

© Gaumont

Monsieur Je-sais-tout

Frankreich 2018 | 99 Min. | OmU | Regie François Prévot-Leygonie, Stéphan Archinard

ab Klasse 7
Vincent, 35 Jahre alt, ehemaliger Fußballprofi, verletzungsbedingt inzwischen aber Jugendtrainer, freut sich auf den nächsten Lebensabschnitt: Ein lukrativer Trainer-Vertrag wird ihn nach Peking führen. Mitten in die Vorbereitungen platzt Léo, 13 Jahre, Vincents einziger Neffe, von dessen Existenz er aufgrund eines Zerwürfnisses mit der Familie nicht wusste. Vincent sieht sich gezwungen, Léo für kurze Zeit aufzunehmen, aber dieser verhält sich merkwürdig: Blicken weicht er aus, redet, falls überhaupt, viel zu schnell und – der größte Affront überhaupt! – hält selbst die legendärsten Spiele der Champions League für eine besonders primitive Art des Schachspiels. Schließlich klärt Mannschaftsärztin Mathilde den unwissenden Vincent über Asperger-Autismus und somit über die Besonderheit seines Neffen auf:

« Pour résumer très grossièrement, c’est un Martien en visite sur Terre. Il arrive d’une autre planète et il ne comprend rien à notre fonctionnement. […] Il n’aime pas qu’on le touche. Il ne ment jamais. […] Que peut-il faire ? Ou bien il est lui-même, mais dans beaucoup de cas il sera incompris, rejeté, maltraité parfois. Ou bien il nous imite pour tenter de passer inaperçu, être tranquille, ce qui est son objectif principal. »

Fazit aus didaktischer Sicht: Ähnlich wie in den Filmen Intouchables, Patients oder so manch anderen erfolg­reichen französischen Produktionen der letzten Jahre zeigt Monsieur Je-sais-tout einfühlsam und zugleich ausgesprochen humorvoll, wie Menschen Barrieren abbauen könn(t)en. Dabei steht das Handicap des jungen Léo genauso wenig im Vordergrund wie das raubauzige, oft auch unangemessen aggressive Verhalten von Vincent. Denn letztlich geht es um unterschiedliche Welten, die aufeinanderprallen und sich – zumindest in Teilen – annähern: Fußball und Schach, jung und alt, Frankreich und China, „neuro-typisch“ und „neuro-atypisch“, um nur einige wichtige zu nennen. Und genau deswegen ist der Film sehenswert für Schülerinnen und Schüler aller Niveaus, von A2 bis zum Abitur.

Montag, 5.11.2018: 18:00 Uhr, Kino Museum Tübingen

Dienstag, 6.11.2018: 10:00 Uhr, Kino Delphi Stuttgart + 10:30 Uhr, Cineplex Reutlingen

Mittwoch, 7.11.2018: 10:30 Uhr, Kino Museum Tübingen + 13:30 Uhr, Forum22 Bad Urach

Unterrichtsanregungen

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