Blick auf die Welt

Blick auf die Welt

Wir leben in einer Zeit, in der internationale Beziehungen auf die Probe gestellt werden. Plötzlich ist Patriotismus wieder ein Thema, Abgrenzung, Populismus, Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus. Das hatten wir doch alles schon mal. Wir wollen uns neu damit auseinandersetzen und Brücken bauen. 

Mit unseren internationalen Filmen wie America, Sibel oder Cassandro, the Exotico! von französischen Regisseuren lenken wir den Blick auf das politische, künstlerische und soziale Weltgeschehen.

3Nov.16:00Im Gespräch: Amerika und der Populismus16:00 Café Haag TübingenFilme:Blick auf die Welt,Discutons !Rahmenprogramm:Vorträge & Diskussionen

Erster Weltkrieg

1. Weltkrieg

2018 – ein Jahr der Jubiläen: Die 68-er Revolution ist schon 50 Jahre her und das Ende des 1. Weltkriegs sogar schon 100 Jahre. Der Film Révoltés dokumentiert die Studentenbewegung, Cessez-le-feu beschäftigt sich mit Kriegstraumatisierungen. Aber sind die Schrecken des 1. Weltkriegs und die Errungenschaften der Studentenrevolte heute noch aktuell?

2Nov.19:00Im Gespräch: Nicht verwundet und doch verletzt19:00 Institut français StuttgartFilme:Discutons !Rahmenprogramm:Vorträge & Diskussionen

L’Époque

© Bac Films

L'Époque | Am Puls der Zeit

Frankreich 2018 | 94 Min. | OmeU | Regie Matthieu Bareyre

Auf der Suche nach Zugehörigkeit in einer Welt, die sie nicht mehr verstehen, streifen Jugendliche in den Monaten nach den Terroranschlägen durch die Pariser Nacht. Angetrieben von Idealen suchen sie nach neuen Maßstäben, die von neuen Köpfen geschaffen werden. Ein Dialog der Moderne wird eröffnet, sie fordern den Staat heraus und bereiten sich auf eine andere Art von Revolution vor. Drama

»Jugendliche sind eine besondere Kategorie, die sowohl gefeiert als auch abgelehnt wird. Man bedient sich ihrer als Marketinginstrument, aber man hört ihnen nicht zu. […] Also wollte ich jungen Leuten das Wort erteilen, einen Film aus Sicht der Jugend machen […], nicht über die Jugend.« Matthieu Bareyre

Biografie

Matthieu Bareyre schrieb für Kritikat, Vertigo und das Magazin Débordements. Sein erster Dokumentarfilm Nocturnes wurde für das Cinéma du réel und Rencontres européennes du moyen métrage de Brive ausgewählt. L’Époque: Locarno 2018, Cinéastes du présent

5Nov.16:00Im Gespräch: Mai 68 - und heute?16:00 Café Haag TübingenFilme:Discutons !Rahmenprogramm:Vorträge & Diskussionen

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Atelier Mo 05 | 16.00
TÜ: Museum 2 Di 06 | 16.00

Le Procès contre Mandela et les autres

© Versatile Films

Le Procès contre Mandela et les autres

Frankreich 2018 | 106 Min. | Omeu | Regie & Buch Nicolas Champeaux, Gilles Porte

In diesem Jahr wäre Nelson Mandela 100 Jahre alt geworden. Sein Leben lang kämpfte der südafrikanische Aktivist gegen soziale Ungerechtigkeit, Unterdrückung und die organisierte Rassentrennung in seinem Heimatland. Doch nicht nur er setzte sich gegen die Apartheid ein: Viele seiner damaligen Mitstreiter und Verbündeten trugen ebenso ihren Teil zum Kampf für Gleichberechtigung bei. Allen voran natürlich Mandelas zweite Ehefrau Winnie. Nicolas Champeaux und Gilles Porte haben sich auf die Suche nach den letzten Zeitzeugen begeben, um auch deren Geschichten zu erfahren. Dokumentarfilm

»Wir waren keine Minderheit, wir waren nicht von der Ausrottung bedroht. Das war der Unterschied und das gab uns die Kraft.« Ahmed Kathrada

Biografie

Nicolas Champeaux, 1975 geboren, ist ein französisch-amerikanischer Journalist. Er setzte sich bereits in früheren Projekten mit Mandela auseinander. Gilles Porte ist französischer Regisseur und Kameramann. 2018 lief »L’État contre Mandela et les autres« auf dem Festival von Cannes.

Tickets & Spielzeiten
TÜ: Studio Museum Do 01 | 16.00
TÜ: Studio Museum Fr 02 | 22.30
TÜ: Arsenal So 04 | 22.00

Une année polaire

© Kinology

Une année polaire

Frankreich 2018 | 94 Min. | OmeU | Regie Samuel Collardey

Für seine erste Lehrtätigkeit wählt Anders einen ungewöhnlichen Ort: die fast menschenleeren Weiten Grönlands. Jung und ungebunden verschlägt es ihn nach Tiniteqilaaq, ein Inuit-Dorf mit 80 Einwohnern. Abgeschieden vom Rest der Welt ist das Leben härter, als Anders es sich vorgestellt hat. Er wird nicht nur mit einer Klasse frecher Kinder konfrontiert, sondern auch mit dem Misstrauen der Dorfgemeinschaft. Schritt für Schritt lernt Anders ihre Lebensweise kennen und entdeckt eine Welt, die von der Moderne überholt wird. DOKUFIKTION


»Basierend auf der Geschichte des Hauptdarstellers zeigt der Film die Anpassungsfähigkeit des Menschen an eine fremde Umgebung. Der Film ist somit eine Botschaft für Toleranz und Offenheit.« Alexandre Janowiak

Biografie

Der 1975 in Frankreich geborene Film- und Fernsehregisseur ist vor allem bekannt für seine Dokufiktionen. Seinen Abschlussfilm »Du soleil en hiver«, den er an der prestigereichen Filmhochschule La Fémis realisierte, wurde in der unabhängigen Sektion Quizaines Réalisateurs bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt und gleich ausgezeichnet.

Tickets & Spielzeiten
TÜ: Museum 1 Do 01 | 16.15
TÜ: Atelier Di 06 | 20.00

M

© Foto Indie Sales

M

Frankreich 2018 | 106 Min. | OmeU | Regie Yolande Zauberman 

Der Filmtitel »M« ist definiert. So hieß der Thriller von 1931 von Fritz Lang mit dem Untertitel „Eine Stadt sucht einen Mörder“, in dem ein Kindsmörder und Triebtäter gejagt wird. In Yolande Zaubermans »M« steht Menahem Lang, 35 Jahre alt, im Zentrum. Er ist in der orthodox jüdischen Gemeinde aufgewachsen und wurde als Kind immer wieder vergewaltigt, von seinen Lehrern und Vertrauten. Menahem bezeichnet sich auf Jiddisch, mit Lächeln im Gesicht und traurigen Augen, als ‚Porno Kid‘. Ab dem siebten Lebensjahr habe er seinen Rabbis als Sexualpartner herhalten müssen. Menahems Geschichte, die er aggressiv, offen und manchmal auch ironisch erzählt, ist alles andere als ein Einzelfall. DOKUMENTARFILM

«Nichts machen heißt nicht sprechen, und daran krepiert man.» Yolande Zauberman

Biografie

Die in Frankreich geborene Regisseurin und Drehbuchautorin hat eine unerschrockene Filmographie mit Tabuthemen, wie in ihrem Dokumentarfilm »Would you have Sex with an Arab?« Sie studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaft und drehte 1987 ihren ersten preisgekrönten Dokumentarfilm »Classified People«.

4Nov.16:00Im Gespräch: Dokumentarfilmerin Yolande Zaubermann und Tabuthemen16:00 Café Haag TübingenFilme:Blick auf die WeltRahmenprogramm:Vorträge & Diskussionen

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Atelier So 04 | 16.00
TÜ: Arsenal Mo 05 | 18.15
TÜ: Arsenal Di 06 | 22.15

Insulaire

© Anne Golaz (sweetpotdocs)

Insulaire

Schweiz 2018 | 92 Min. | OmeU | Regie Stéphane Goël

1877 ließ sich der junge Schweizer Alfred von Rodt mit ein paar Leuten auf einer winzigen chilenischen Insel nieder, in der Hoffnung, die Ressourcen des steinigen Eilands nutzen zu können. Der Film schildert den Werdegang eines Aussteigers, der entschlossen mit seiner Herkunft und Familie brach, um am Ende der Welt neu anzufangen. Bis heute sind seine Nachkommen stolz auf ihre helvetische Abstammung. DOKUMENTARFILM

Biografie

Geboren 1965 in Lausanne, arbeitet Stéphane Goël seit 1985 als freier Filmeditor und Regisseur. Seit 1985 ist er Mitglied von Climage.

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Atelier Mo 05 | 18.00
TÜ: Arsenal Di 06 | 16.00

Sibel

© Eric Devin (Riva Film)

Sibel

Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Türkei 2018 | 95 Min. | OmeU | Regie Çağla Zencirci, Guillaume Giovanetti

Die 25-jährige Sibel lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester in einem abgelegenen Dorf in den Bergen am Schwarzen Meer in der Türkei. Sibel ist stumm, kommuniziert aber mit der uralten Pfeif-Sprache der Region. Von den Dorfbewohnern ausgeschlossen, jagt sie unerbittlich einen Wolf, der im benachbarten Wald herumstreift und Gegenstand der Ängste der Frauen im Dorf ist. Bei einem Streifzug kreuzt ein Geflüchteter ihren Weg. Verletzt, bedrohlich und schutzlos ist er der Erste, der ihr unvoreingenommen begegnet. DRAMA

»Der Film zeigt eine kraftvolle Figur, die patriarchale Strukturen und Identitäten in Frage stellt und so zu einem Beispiel für die Würde der Frau wird.« Ökumenische Jury Locarno 2018

Biografie

Das französisch-türkische Paar Çağla Zencirci und Guillaume Giovanetti arbeiten seit 2004 gemeinsam als Regisseure. Nach mehreren Kurzfilmen und zwei Langfilmen wurde »Noor« 2012 in Cannes und »Ningen« 2013 in Toronto gezeigt. »Sibel« nahm teil am Concorso Internazionale in Locarno 2018.

Eine ARTE-Produktion

Tickets & Spielzeiten

S: Delphi 1 Fr 02 | 22.30
RT: Kamino Sa 03 | 18.00
RO: Waldhorn So 04 | 18.00
TÜ: Museum 1 Di 06 | 20.30
TÜ: Studio Museum Mi 07 | 18.00

Cassandro, the Exotico!

© Urban Distribution Intl

Cassandro, the Exotico!

Frankreich 2018 | 73 Min. | OmeU | Regie Marie Losier

»Yeah, I’m a bitch. Sorry!« Cassandro ist ein mexikanischer Exotico. Als Weltmeister im freestyle wrestling machte er sich nicht nur durch sein Talent im Ring einen Namen, sondern auch durch seine exzentrischen Kostüme und seine Homosexualität. In Mexiko hat das Freistil-Wrestling, Lucha Libre, einen enormen Stellenwert. Die Luchadores glänzen dabei durch ihre Kraft, ihre akrobatischen Fähigkeiten sowie ihre aufregenden Masken und eindrucksvollen Kostüme. Seit den 1980er-Jahren bilden die Exoticos eine eigene Kategorie im Lucha Libre: Männliche Wrestler, die als Dragqueen, also mit femininem Make-up und weiblichen Kostümen, in den Ring steigen. Marie Losier führt uns durch diese Welt voll Kraft und Glamour. DOKUMENTARFILM

Biografie

Die 1972 geborene Filmemacherin studierte Literatur an der Universität Nanterre und Fine Arts am Hunter College in New York City. Ihre Filme und Videos wurden schon in zahlreichen Museen und Galerien sowie auf vielen bekannten Festivals gezeigt. Seit über 20 Jahren lebt und arbeitet sie in New York City.

Tickets & Spielzeiten
TÜ: Studio Museum Fr 02 | 16.15
TÜ: Atelier So 04 | 22.30

AMERICA

© Indie Sales

AMERICA

Frankreich 2017 | 82 Min. | OmfU | Regie & Buch Claus Drexel

Was ist vom amerikanischen Traum übrig geblieben? Amerika 2016: Die ganze Welt blickt auf die USA und fiebert mit bei der Wahl des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Donald Trump und Hillary Clinton spaltet die amerikanische Nation in zwei Lager. Ihre Streitthemen beziehen sich längst nicht mehr nur auf die Wahl beziehen, sondern auf Grundsatzfragen der USA. Regisseur Claus Drexel fühlt einer kleinen Stadt in Arizona auf den Zahn und erfährt, wie weit Lebensrealitäten in einem einzigen Land auseinanderliegen können. DOKUMENTARFILM

»Das standhafte Amerika, jenes der ehemaligen Vorkämpfer und der letzten Cowboys […] Faszinierend und furchteinflößend …« Pierre Murat

Biografie

Claus Drexel wurde 1968 in Deutschland geboren; als er drei Jahre alt war, zog seine Familie nach Grenoble, Frankreich. Dort studierte er Naturwissenschaften, anschließend Film in Paris. Zwischen 1996 und 2000 drehte er drei Kurzfilme. Für seinen ersten Spielfilm »Affaire de famille« erhielt er Preise.

Eine ARTE-Produktion

3Nov.16:00Im Gespräch: Amerika und der Populismus16:00 Café Haag TübingenFilme:Blick auf die Welt,Discutons !Rahmenprogramm:Vorträge & Diskussionen

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Atelier Sa 03 | 16.00
TÜ: Museum 2 So 04 | 16.00