Sarraounia, the battle of the Black Queen | Sarraounia

© Med Hondo

Sarraounia, the battle of the Black Queen | Sarraounia

Burkina Faso, Frankreich 1986 | 120 Min. | OmdU | Regie & Buch Med Hondo

Mit dem Spielfilm Sarraounia von 1986 greift Med Hondo ein historisches Ereignis während der Eroberung Westafrikas durch französische Truppen auf. Die sagenumwobene schwarze Königin Hausa Sarraounia Mangou ist zentrale Figur des Films. 1899 verliert sie die Schlacht gegen eine brutale, unter dem Kommando von Franzosen stehende Söldnertruppe.
Jener Film, der den afrikanischen Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft thematisiert, war kein leichtes Unterfangen. Denn die meisten Regierungen Westafrikas waren in den 1980er-Jahren um ein positives Verhältnis zur einstigen Kolonialmacht bemüht. Während der Film auf afrikanischen und europäischen Filmfestivals Anerkennung fand, hatte er es bei der staatlichen französischen Filmförderung schwer. DRAMA

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Studio Museum Sa 03 | 22.30
S: Delphi 1 So 04 | 20.30

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Med Hondo

Filmographie

2003 Fatima, l’Algérienne de Dakar
1998 Watani, un monde sans mal
1994 Lumière noire
1986 Sarraounia
1979 West Indies
1978 Polisario, un peuple en armes
1977 Nous aurons toute la mort pour dormir
1975 Sahel la faim pourquoi ?
1974 Les Bicots-nègres vos voisins
1971 Mes voisins
1969 Soleil Ô
1969 Partout ou peut-être nulle part
1969 Roi de Cordes (Kurzfilm)
1967 Ballade aux sources

Interview mit Med hondo von Festival TV

Med Hondo

zu Gast in Tübingen

Med Hondo, einer der großen Pioniere des afrikanischen Kinos, wurde 1936 in Mauretanien geboren. Er machte eine Ausbildung an der Hotelfachschule in Rabat und als er 1959 nach Frankreich kam, ging er davon aus, dass Fachkräfte wie er dort gesucht seien. Doch die Zurückweisung, die Arroganz und der Rassismus, den er erlebte, motivierten ihn dazu, in einer Theatergruppe aktiv zu werden. Autodidaktisch fand er sodann Anschluss an die Welt des Films. Seine eigenen wie die Erfahrungen anderer ImmigrantInnen aus Afrika und den Antillen mündeten in den stilistisch einzigartigen Debütfilm SOLEIL Ô, der ihn 1970 schlagartig berühmt machte. Das Drehbuch hatte er im Mai 68, einer Zeit großer Umbrüche, fertiggestellt. Ihm gefielen die gemeinsamen Aktionen von Immigranten, Studenten und Arbeitern, aber es ging ihm in erster Linie darum, die Lebensumstände von Migranten auf der Kinoleinwand sichtbar zu machen. »Die Bilder des europäisch-amerikanischen Kinos schließen das afrikanische und arabische systematisch aus«, schrieb er in einem Artikel jener Jahre. Sein Wunsch dies zu ändern, sollte sein ganzes künstlerisches Schaffen bestimmen. Dank seiner Theatererfahrungen konnte er als französischer Synchronsprecher afroamerikanischer Stars Geld verdienen, das er in neue Projekte steckte. Beim Kinostart von Soleil Ô wurde er um seine Einnahmen geprellt; mit seinen anderen Filmen hatte er Schwierigkeiten, in größere Kinos zu kommen. Auch deshalb ist sein unbestritten hoher Stellenwert für das afrikanische Kino eher Spezialisten als einem breiteren Publikum bekannt.
Ein Meilenstein bei seinem Bemühen um eine neue, angemessene Filmsprache für die Entfremdung der Afroamerikaner von ihrer Geschichte und ursprünglichen Kultur durch den Kolonialismus ist WEST INDIES von 1979. In diesem Film griff Med Hondo den Sklavenhandel aus Afrika in die Neue Welt auf. Diese kollektive Erfahrung mit dem Genre des populären Musicals anzugehen, ohne sich dessen eingefahrener Stilmittel zu bedienen, war ein cineastischer Kraftakt. Die Handlung spielt auf einer Bühne, die einem Sklavenschiff und dessen inhärenten Hierarchiestrukturen nachempfunden ist.

Mit gleicher Kompromisslosigkeit packt er in SARRAOUNIA (1986) die Darstellung der Eroberung seiner westafrikanischen Heimat durch die französischen Kolonialtruppen an. Größten Wert legt er auf ein authentisches Geschichtsbild, aber aus afrikanischer Perspektive: »Alles, was ich in dem Film zeige, lässt sich in der französischen Nationalbibliothek (…) verifizieren«, sagt er von seinem Film, der an den Widerstand der Königin Sarraounia im Niger erinnert.

Wie subtil er seine Kritik an der französischen Einwanderungspolitik in seinem Thriller LUMIÈRE NOIRE (1994) inszeniert, zeigt sein Können sowie die erstaunliche Aktualität seines künstlerischen Schaffens.
In FATIMA, L’ALGÉRIENNE DE DAKAR (2003) heiratet eine junge Frau ihren Vergewaltiger, um ihre Ehre wiederherzustellen und wird Jahre später mit einer Zweitfrau konfrontiert.

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

West Indies ou Les Nègres marrons de la liberté | West Indies

© Med Hondo

West Indies ou Les Nègres marrons de la liberté | West Indies

Mauretanien, Frankreich, Algerien 1979 | 111 Min. | OmeU | Regie Med Hondo

Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen als Theatermacher schuf Med Hondo 1979 mit dem Historienmusical West Indies ein Mahnmal zur Erinnerung an über 300 Jahre Sklavenhandel quer über den Atlantik. Über 10 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner wurden von den Sklavenhändlern in die Neue Welt verkauft. Diese bis heute unbewältigte Geschichte des Black Atlantic inszenierte der Regisseur auf einer einem Sklavenschiff nachempfundenen Bühne, die er in eine alte Fabrikhalle stellte. Mit den Stilmitteln des Musiktheaters gelingen ihm sowohl eine schillernde Zeitreise des Schwarzen Amerikas als auch eindrucksvolle Bilder und Geschichten der afroamerikanischen Kultur. West Indies gilt als einer der aufwändigsten afrikanischen Filme seiner Zeit. MUSICAL

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Arsenal Sa 03 | 18.00
TÜ: Arsenal Mo 05 | 22.30

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Soleil Ô

© Med Hondo

Soleil Ô

Mauretanien, Frankreich 1969 | 102 Min. | OmeU | Regie & Buch Med Hondo

Ein surreales Taufritual schwarzer Migranten in Frankreich, ein slapstickhafter Schwertkampf mit umgedrehten Kreuzen und ein dicker französischer Offizier, der die Ordnung wiederherstellt.
Der Film folgt dem Schicksal eines namenlosen Immigranten, der sich in Frankreich zu Hause wähnt, um von einer Enttäuschung in die nächste zu geraten. Leitmotive sind die elenden Lebensbedingungen afrikanischer Migranten, ihre wirtschaftliche und kulturelle Ausbeutung, ihre kulturelle Entfremdung, der allgegenwärtige Rassismus, aber auch ihre Selbstbehauptung.
Mit seinem 1970 in Cannes uraufgeführten und in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichneten Debüt Soleil Ô wurde Med Hondo schlagartig berühmt. DRAMA

»Der bislang größte afrikanische Film.« Jeune Afrique

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Studio Museum Fr 02 | 20.00
TÜ: Arsenal Mo 05 | 16.00

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Lumière Noire | Black Light

© Med Hondo

Lumière Noire | Black Light

Frankreich, Mauretanien 1993 | 103 Min. | OmeU | Regie & Buch Med Hondo

An einem Pariser Flughafen wird ein Mann auf offener Straße von der Polizei erschossen – angeblich aus Notwehr. Guyot, der beste Freund des Opfers, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und erfährt von einem geheimen Versteck im obersten Stockwerk eines Hotels direkt gegenüber dem Tatort. Dort werden Migranten unmittelbar vor ihrer Abschiebung nach Afrika einquartiert. Ein junger Mann aus Mali hatte von dort aus die Schießerei auf der Straße beobachtet. Guyot reist nach Mali, um ihn ausfindig zu machen. Der Politthriller ist eine Verfilmung des gleichnamigen Krimis von Didier Daeninckx. Med Hondo konnte den Film  nur mit großer Mühe realisieren, denn er war politisch unerwünscht. THRILLER

Tickets & Spielzeiten

 TÜ: Museum 2 Do 01 | 18.00

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Fatima, l’Algérienne de Dakar | Fatima, die Algerierin aus Dakar

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Fatima, l’Algérienne de Dakar | Fatima, die Algerierin aus Dakar

Tunesien, Frankreich, Senegal, Mauretanien 2003 | 89 Min. | OmeU | Regie & Buch Med Hondo 

1957 wird ein algerisches Dorf von französischen Truppen überfallen. Der aus dem Senegal stammende Offizier Souleymane vergewaltigt die junge Fatima. Als der Senegal einige Jahre später unabhängig wird, macht Souleymane Karriere in der senegalesischen Armee. Sein Vater drängt ihn, Fatima zu suchen und zu heiraten, um ihre Ehre wiederherzustellen. Tatsächlich holt er Fatima und ihren gemeinsamen Sohn aus Algerien, und die beiden Familien feiern Hochzeit. Jahre später, drei weitere Kinder sind geboren, beschließt Souleymane, eine Zweitfrau zu heiraten. Fatima ist entsetzt … DRAMA

Tickets & Spielzeiten
TÜ: Arsenal Do 01 | 16.00
TÜ: Arsenal Mi 07 | 16.00  

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen