Sarraounia, the battle of the Black Queen | Sarraounia

© Med Hondo

Sarraounia, the battle of the Black Queen | Sarraounia

Burkina Faso, Frankreich 1986 | 120 Min. | OmdU | Regie & Buch Med Hondo

Mit dem Spielfilm Sarraounia von 1986 greift Med Hondo ein historisches Ereignis während der Eroberung Westafrikas durch französische Truppen auf. Die sagenumwobene schwarze Königin Hausa Sarraounia Mangou ist zentrale Figur des Films. 1899 verliert sie die Schlacht gegen eine brutale, unter dem Kommando von Franzosen stehende Söldnertruppe.
Jener Film, der den afrikanischen Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft thematisiert, war kein leichtes Unterfangen. Denn die meisten Regierungen Westafrikas waren in den 1980er-Jahren um ein positives Verhältnis zur einstigen Kolonialmacht bemüht. Während der Film auf afrikanischen und europäischen Filmfestivals Anerkennung fand, hatte er es bei der staatlichen französischen Filmförderung schwer. DRAMA

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Studio Museum Sa 03 | 22.30
S: Delphi 1 So 04 | 20.30

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Sofia

© Be for Films

Sofia

Frankreich, Katar 2018 | 80 Min. | OmeU | Regie & Buch Meryem Benm’Barek

Die 20-jährige Sofia wohnt noch bei ihrer Familie in Casablanca. Die Tante und ihr Mann, ein wohlhabender Franzose, sind zu Besuch. Ihrer Cousine Lena, sie steht kurz vor dem Abschluss ihres Medizinstudiums, fällt beim Abendessen auf, dass es Sofia nicht gut geht. Unter dem Vorwand, zur Apotheke zu fahren, bringt sie Sofia in die Klinik. Doch ohne männlichen Begleiter darf sie nicht einmal untersucht werden. Als klar wird, dass Sofia schwanger ist, gerät die Situation schnell außer Kontrolle. Denn in Marokko steht Sex außerhalb der Ehe unter Strafe. Es geht also nicht nur um die Ehre der Familie, sondern es droht Schlimmeres. Nach der Entbindung gibt ihr die Klinik 24 Stunden Zeit, die Identität des Vaters zu melden. DRAMA

Biografie

Die 1984 in Rabat geborene Regisseurin studierte Arabische Sprachen und Kulturen in Paris, dann an der INSAS in Brüssel Regie. Nach einigen Kurzfilmen realisierte sie ihren ersten Spielfilm Sofia. In Cannes wurde der Film mit dem Preis für das beste Drehbuch in der Sektion Un certain regard ausgezeichnet.

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Arsenal Di 06 | 20.15
TÜ: Studio Museum Mi 07 | 16.15

Mon cher enfant, Weldi | Geliebter Sohn

© Luxbox

Mon cher enfant, Weldi | Geliebter Sohn

Tunesien, Belgien, Frankreich, Katar 2018 | 100 Min. | OmeU | Regie & Buch Mohamed Ben Attia

Der 19-jährige Sami ist anscheinend ohne Grund aus Tunesien verschwunden. Die Eltern sind über die letzten Hinweise ihres Sohnes, der sich offensichtlich radikalen Islamisten in Syrien angeschlossen hat, verstört. Während die Mutter die Familie in Trümmern sieht, reist der Vater in die Türkei, um Sami ausfindig zu machen. Regisseur Mohamed Ben Attia geht es nicht um eine psychologische Untersuchung der Motive für Samis Hinwendung zum IS, sondern er entwirft ein Bild eines Landes im Stillstand. In dieser Perspektivlosigkeit, die sich in dem von Enttäuschungen geprägten Lebensweg des Vaters ablesen lässt, sieht Mohamed Ben Attia das eigentliche Motiv für Sami und viele andere Jugendliche, die sich nach dem Arabischen Frühling dem radikalen Islam zugewendet haben. DRAMA

Biografie

Der 1976 geborene Regisseur studierte nach seinem Master-Abschluss an einer Handelsschule audiovisuelle Kommunikation in Valenciennes. Sein erster Spielfilm Hedi gewann auf der Berlinale 2016 die Preise: Bester erster Film und Silberner Bär für den besten Schauspieler.

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Studio Museum Sa 03 | 15.30
TÜ: Studio Museum So 04 | 14.00

Kinshasa Makambo

© Bärbel Mauch Film

Kinshasa Makambo

Demokratische Republik Kongo, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Katar, Norwegen 2018 | 75 Min. | OmdU | Regie & Buch Dieudo Hamadi

Die Verfassung schließt eine dritte Amtszeit des Präsidenten Joseph Kabila von der Demokratischen Republik Kongo eigentlich aus. Doch dieser klammert sich an die Macht. Seit Anfang 2015 schwelt der Streit. Regisseur Dieudo Hamadi hat drei Aktivisten des zivilen Widerstandes gegen eine Verfassungsänderung beobachtet und begleitet: Ben verlässt sein Exil in New York, um sich wieder der Politik im Kongo zuzuwenden. Jean-Marie ist tatsächlich aus dem Gefängnis freigekommen, was seine Freunde kaum glauben können. Und Christian organisiert unermüdlich neue Demos, um Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren. Ein schwerer Schlag für alle ist der Tod des ehemaligen Premierministers Etienne Tshisekedi während der Dreharbeiten. Im August 2018 erklärte Kabila, nicht mehr bei den für Dezember angesetzten Wahlen zu kandidieren. DOKUMENTARFILM

Biografie

1984 geboren in Kisangani, Demokratische Republik Kongo, realisierte Dieudo Hamadi nach einer Reihe von Film-Workshops 2013 seinen ersten Dokumentarfilm Atalaku. 2010 war er erstmalig zu Gast im Berlinale-Forum. Maman Colonelle gewann dort 2017 den Preis der Ökumenischen Jury und der Tagesspiegel-Leserjury.

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Atelier Di 06 | 22.00

Fahavalo Madagaskar 1947

© Tiago Paes

Fahavalo Madagaskar 1947

Madagaskar, Frankreich 2018 | 90 Min. | OmeU | Regie & Buch Marie-Clémence Andriamonta-Paes

Nach dem 2. Weltkrieg hatte General de Gaulle Madagaskar als Dank für den Dienst der madagassischen Soldaten in der französischen Armee die Unabhängigkeit versprochen. Konservative Kolonialisten wollten jedoch das Kolonialsystem erhalten. Der Aufstand, der 1947 von den Fahavalo, den Feinden, angezettelt wurde, mündete schnell in einen Guerillakrieg, gegen den die französischen Truppen mit allen Mitteln vorgingen. Filmemacherin Marie-Clémence Andriamonta-Paes lässt in ihrem Rückblick auf die Jahre vor der Unabhängigkeit im Jahr 1960 die letzten Zeitzeugen dieses antikolonialen Kampfes zu Wort kommen. Vor dem Hintergrund der überwältigenden Landschaft Madagaskars ist ihr eine eindrucksvolle zeitgeschichtliche Dokumentation der Insel gelungen. DOKUMENTARFILM

Biografie

Die Regisseurin wuchs in Madagaskar auf und studierte Soziologie in Paris. Mit dem brasilianischen Dokumentarfilmer Cesar Paes gründete sie 1988 die Produktions- und Vertriebsfirma Laterit Productions mit dem Ziel, ein besseres Verständnis fremder Kulturen zu schaffen.

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Museum 2 Fr 02 | 16.00
TÜ: Museum 2 Sa 03 | 14.00

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

West Indies ou Les Nègres marrons de la liberté | West Indies

© Med Hondo

West Indies ou Les Nègres marrons de la liberté | West Indies

Mauretanien, Frankreich, Algerien 1979 | 111 Min. | OmeU | Regie Med Hondo

Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen als Theatermacher schuf Med Hondo 1979 mit dem Historienmusical West Indies ein Mahnmal zur Erinnerung an über 300 Jahre Sklavenhandel quer über den Atlantik. Über 10 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner wurden von den Sklavenhändlern in die Neue Welt verkauft. Diese bis heute unbewältigte Geschichte des Black Atlantic inszenierte der Regisseur auf einer einem Sklavenschiff nachempfundenen Bühne, die er in eine alte Fabrikhalle stellte. Mit den Stilmitteln des Musiktheaters gelingen ihm sowohl eine schillernde Zeitreise des Schwarzen Amerikas als auch eindrucksvolle Bilder und Geschichten der afroamerikanischen Kultur. West Indies gilt als einer der aufwändigsten afrikanischen Filme seiner Zeit. MUSICAL

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Arsenal Sa 03 | 18.00
TÜ: Arsenal Mo 05 | 22.30

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Soleil Ô

© Med Hondo

Soleil Ô

Mauretanien, Frankreich 1969 | 102 Min. | OmeU | Regie & Buch Med Hondo

Ein surreales Taufritual schwarzer Migranten in Frankreich, ein slapstickhafter Schwertkampf mit umgedrehten Kreuzen und ein dicker französischer Offizier, der die Ordnung wiederherstellt.
Der Film folgt dem Schicksal eines namenlosen Immigranten, der sich in Frankreich zu Hause wähnt, um von einer Enttäuschung in die nächste zu geraten. Leitmotive sind die elenden Lebensbedingungen afrikanischer Migranten, ihre wirtschaftliche und kulturelle Ausbeutung, ihre kulturelle Entfremdung, der allgegenwärtige Rassismus, aber auch ihre Selbstbehauptung.
Mit seinem 1970 in Cannes uraufgeführten und in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichneten Debüt Soleil Ô wurde Med Hondo schlagartig berühmt. DRAMA

»Der bislang größte afrikanische Film.« Jeune Afrique

Tickets & Spielzeiten

TÜ: Studio Museum Fr 02 | 20.00
TÜ: Arsenal Mo 05 | 16.00

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Lumière Noire | Black Light

© Med Hondo

Lumière Noire | Black Light

Frankreich, Mauretanien 1993 | 103 Min. | OmeU | Regie & Buch Med Hondo

An einem Pariser Flughafen wird ein Mann auf offener Straße von der Polizei erschossen – angeblich aus Notwehr. Guyot, der beste Freund des Opfers, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und erfährt von einem geheimen Versteck im obersten Stockwerk eines Hotels direkt gegenüber dem Tatort. Dort werden Migranten unmittelbar vor ihrer Abschiebung nach Afrika einquartiert. Ein junger Mann aus Mali hatte von dort aus die Schießerei auf der Straße beobachtet. Guyot reist nach Mali, um ihn ausfindig zu machen. Der Politthriller ist eine Verfilmung des gleichnamigen Krimis von Didier Daeninckx. Med Hondo konnte den Film  nur mit großer Mühe realisieren, denn er war politisch unerwünscht. THRILLER

Tickets & Spielzeiten

 TÜ: Museum 2 Do 01 | 18.00

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Fatima, l’Algérienne de Dakar | Fatima, die Algerierin aus Dakar

© Med Hondo

Fatima, l’Algérienne de Dakar | Fatima, die Algerierin aus Dakar

Tunesien, Frankreich, Senegal, Mauretanien 2003 | 89 Min. | OmeU | Regie & Buch Med Hondo 

1957 wird ein algerisches Dorf von französischen Truppen überfallen. Der aus dem Senegal stammende Offizier Souleymane vergewaltigt die junge Fatima. Als der Senegal einige Jahre später unabhängig wird, macht Souleymane Karriere in der senegalesischen Armee. Sein Vater drängt ihn, Fatima zu suchen und zu heiraten, um ihre Ehre wiederherzustellen. Tatsächlich holt er Fatima und ihren gemeinsamen Sohn aus Algerien, und die beiden Familien feiern Hochzeit. Jahre später, drei weitere Kinder sind geboren, beschließt Souleymane, eine Zweitfrau zu heiraten. Fatima ist entsetzt … DRAMA

Tickets & Spielzeiten
TÜ: Arsenal Do 01 | 16.00
TÜ: Arsenal Mi 07 | 16.00  

3Nov.16:00Discutons : Le Cinéma de Med Hondo16:00 Katholisches GemeindezentrumFilme:Discutons !,Fokus Afrika,HommageRahmenprogramm:Fokus Afrika,Vorträge & Diskussionen

Rafiki

© Salzgeber & Co

Rafiki

Kenia, Südafrika, Frankreich, Libanon, Deutschland 2018 | 82 Min. | OmdU (Originalsprache: Suaheli) | Regie Wanuri Kahiu

Eine Liebesgeschichte in Kenia: Kena spielt Fußball, skatet und hängt viel mit ihren Kumpels herum. Ziki ist das Gegenteil: Sie trägt Pink, schminkt sich und tanzt mit ihren Freundinnen zu Popmusik in den Straßen. Beide sind sie Töchter von Lokalpolitikern, die im Wahlkampf gegeneinander antreten. Anstatt sich zu bekriegen wie die Väter, werden die zwei zu Freundinnen und mehr als das. Doch in Kenia ist Homosexualität strafbar und wird in der Öffentlichkeit geächtet.
Kurz nachdem Wanuri Kahiu Rafiki in diesem Jahr in Cannes vorstellen konnte, wurde der Film verboten. Für sie ist Rafiki ein Zeichen des Aufbruchs in einer Gesellschaft, die durch die Blockade der großen Parteien gelähmt ist. DRAMA

»Hier rebellieren vor allem junge Frauen; sie haben Ideen für eine Zukunft, von denen andere nicht einmal zu träumen wagen.« Beatrice Behn

Biografie

Wanuri Kahiu, 1980 geboren in Nairobi, ist eine kenianische Regisseurin, Produzentin und Autorin. Für ihre filmischen Arbeiten erhielt sie zahlreiche Preise, unter anderem für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Kamera bei den Africa Movie Academy Awards.

Tickets & Spielzeiten

S: Delphi 1 So 04 | 16.00
TÜ: Arsenal So 04 | 18.00