Einträge von LaraJanitza

equinoxe

eQuinoxe Master Class

Unser Partner eQuinoxe Europe präsentiert in Kooperation mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg:

Au revoir là-haut

© Jerome Prebois (adcb films)

Au revoir là-haut

Frankreich 2017 | 117 Min. | OmU | Regie Albert Dupontel

ab Klasse 10
Die letzten Tage des Ersten Weltkriegs führen die Schicksale der drei Protagonisten zusammen: Péricourt, genialer Zeichner, der mit seiner reichen Familie gebrochen hat, Maillard, bescheidener Buchhalter, der nur den Krieg überleben will und Pradelle, zynischer Karrierist, dem jedes Mittel, auch das verbrecherischste, recht ist, um voranzukommen. Und auch wenn Péricourt und Maillard alles tun, um nie wieder Pradelle zu begegnen, werden sich ihre Wege im Paris der années folles wieder kreuzen – zum finalen Showdown!

Befragt zur Aktualität seines Films äußert sich Regisseur Albert Dupontel wie folgt:

« Une petite minorité, cupide et avide, domine le monde; les multinationales sont remplies de „Pradelle“, sans foi ni loi, qui font souffrir les innombrables „Maillard“ qui eux aussi persévèrent à survivre à travers les siècles. »

Fazit aus didaktischer Sicht: In starken und mitreißenden Bildern zeigt die mehrfach César-prämierte Verfilmung von Lemaitres preisgekröntem Roman am Beispiel weniger Protagonisten die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs als Zeitenwende auf die Menschen.

Montag, 5.11.2018: 18:00 Uhr, Kino Delphi Stuttgart

Dienstag, 6.11.2018: 18:00 Uhr, Kino Museum Tübingen

Mittwoch, 7.11.2018: 18:00 Uhr, Kino Kamino Reutlingen
                                    + 18:00 Uhr, Kino Waldhorn Rottenburg

Unterrichtsanregungen

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Marvin

© Mars Films

Marvin

Frankreich 2017 | 114 Min. | OmU | Regie Anne Fontaine

ab Klasse 10

« Pourquoi est-ce qu’il nous fout la honte à nous tous, avec ses manières de pédé ? » (Marvins Vater)

Seine ganze Jugend über erleidet Marvin Bijou schweigend sein „Anders-Sein“, denn er hätte auch keine Worte oder Wissen, um sich gegen die verbale und physische Gewalt, die ihm widerfährt, zur Wehr zu setzen, und so prägen die abschätzigen Begriffe der anderen – „le squelette“ (Mutter), „la gonzesse“ (Bruder), „le pédé“ (die Mitschüler) sein Selbstbild, zumal er erfahren muss, dass auch seine Familie sich für sein Anderssein schämt. Erst die Begegnung mit der anderen Welt des Theaters erlaubt ihm eine zunehmende Lösung von der Diskriminierung durch die anderen, aber auch von der Welt, den Werten seiner Eltern, die nicht die seinen sind – und diese Distanzierung erfolgt ganz zentral über die Entdeckung einer anderen Sprache.
Seine Emanzipation von der Welt seiner Kindheit manifestiert sich durch den Wechsel des Namens: er ist nun Martin Clément – und dieser kann auf seine Jugend zurückblicken mit einem empathischen Blick, der das Verhalten der Eltern nicht denunziert oder nur verurteilt, sondern als Ausdruck ihrer kulturellen Armut begreift.

Fazit aus didaktischer Sicht: Protokoll der Emanzipation eines jungen Mannes (eines jungen Homosexuellen) aus sowohl materiell als auch kulturell beengtesten Verhältnissen, das trotz einiger beklemmender Mobbing-Szenen sehr berührend ist und Einblicke in die Welt der verletzten und deshalb selber verletzenden laissés-pour-compte gewährt.

Montag, 5.11.2018: 18:00 Uhr Kino, Museum Tübingen

Dienstag, 6.11.2018: 10:00 Uhr, Cineplex Reutlingen + 18:00 Uhr, Kino Waldhorn Rottenburg

Mittwoch, 7.11.2018: 10:00 Uhr, Kino Museum Tübingen + 18:00 Uhr, Kino Delphi Stuttgart

Unterrichtsanregungen

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Junior Majeur

© Seville International

Junior Majeur

KANADA 2017 | 115 MIN. | OMEU | REGIE ERIC TESSIER

ab Klasse 9
Die beiden 18jährigen Freunde Janeau Trudel und Joey Boulet spielen im gleichen Hockeyverein in der Top-Juniorenliga von Quebec (‚Ligue de hockey junior majeur du Québec‘) und streben eine Laufbahn als Profispieler an. Aus Angst, seine Popularität und seine Sportkarriere zu gefährden, versucht Janeau nach einem Autounfall sein eigenes Fehlverhalten auf Kosten seines Freundes Joey zu vertuschen. Ausgerechnet seine Jugendliebe Julie droht die Wahrheit ans Licht zu bringen und Janeau scheint alles, was ihm wichtig ist, zu verlieren… Der Hockeysport bietet nicht nur die Kulisse für ein kurzweiliges Drama über zwischen­menschliche Konflikte und moralische Fragen, sondern wird auch zum Spiegel menschlicher Befindlichkeit.

« Il n’y a pas de bons ou de méchants. On voit se manifester durant le film ce quelque chose de pourri qu’il y a entre les personnages. On y assiste impuissant »
Regisseur Éric Tessier über seine ‘histoire de trahison et de culpabilité’

Fazit aus didaktischer Sicht: Wenngleich Junior Majeur im fernen Québec spielt, wo nicht Fußball, sondern Eishockey Nationalsport ist, bietet der Film zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Lebenswelt unserer Schülerinnen und Schüler. Er wirft Fragen auf, die für Heranwachende aller Kulturen zentral sind und lädt zu Diskussionen ein: Was bedeutet es erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen? Wie weit darf ich gehen, um meine eigenen Ziele zu erreichen? Was bedeutet Freundschaft? Sprachlich bietet der Film die Gelegenheit authentischem Québécois nicht nur als kurze Varietätenkostprobe im Lehrwerk, sondern tatsächlich in Spielfilmlänge (mit deutschen Untertiteln) zu begegnen.

Dienstag, 6.11.2018: 10:00 Uhr, Kino Museum Tübingen

Mittwoch, 7.11.2018: 10:00 Uhr, Cineplex Reutlingen + 10:00 Uhr, Kino Delphi Stuttgart

Unterrichtsanregungen

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Monsieur Je-Sais-Tout | Klugscheißer

© Gaumont

Monsieur Je-sais-tout

Frankreich 2018 | 99 Min. | OmU | Regie François Prévot-Leygonie, Stéphan Archinard

ab Klasse 7
Vincent, 35 Jahre alt, ehemaliger Fußballprofi, verletzungsbedingt inzwischen aber Jugendtrainer, freut sich auf den nächsten Lebensabschnitt: Ein lukrativer Trainer-Vertrag wird ihn nach Peking führen. Mitten in die Vorbereitungen platzt Léo, 13 Jahre, Vincents einziger Neffe, von dessen Existenz er aufgrund eines Zerwürfnisses mit der Familie nicht wusste. Vincent sieht sich gezwungen, Léo für kurze Zeit aufzunehmen, aber dieser verhält sich merkwürdig: Blicken weicht er aus, redet, falls überhaupt, viel zu schnell und – der größte Affront überhaupt! – hält selbst die legendärsten Spiele der Champions League für eine besonders primitive Art des Schachspiels. Schließlich klärt Mannschaftsärztin Mathilde den unwissenden Vincent über Asperger-Autismus und somit über die Besonderheit seines Neffen auf:

« Pour résumer très grossièrement, c’est un Martien en visite sur Terre. Il arrive d’une autre planète et il ne comprend rien à notre fonctionnement. […] Il n’aime pas qu’on le touche. Il ne ment jamais. […] Que peut-il faire ? Ou bien il est lui-même, mais dans beaucoup de cas il sera incompris, rejeté, maltraité parfois. Ou bien il nous imite pour tenter de passer inaperçu, être tranquille, ce qui est son objectif principal. »

Fazit aus didaktischer Sicht: Ähnlich wie in den Filmen Intouchables, Patients oder so manch anderen erfolg­reichen französischen Produktionen der letzten Jahre zeigt Monsieur Je-sais-tout einfühlsam und zugleich ausgesprochen humorvoll, wie Menschen Barrieren abbauen könn(t)en. Dabei steht das Handicap des jungen Léo genauso wenig im Vordergrund wie das raubauzige, oft auch unangemessen aggressive Verhalten von Vincent. Denn letztlich geht es um unterschiedliche Welten, die aufeinanderprallen und sich – zumindest in Teilen – annähern: Fußball und Schach, jung und alt, Frankreich und China, „neuro-typisch“ und „neuro-atypisch“, um nur einige wichtige zu nennen. Und genau deswegen ist der Film sehenswert für Schülerinnen und Schüler aller Niveaus, von A2 bis zum Abitur.

Montag, 5.11.2018: 18:00 Uhr, Kino Museum Tübingen

Dienstag, 6.11.2018: 10:00 Uhr, Kino Delphi Stuttgart + 10:30 Uhr, Cineplex Reutlingen

Mittwoch, 7.11.2018: 10:30 Uhr, Kino Museum Tübingen + 13:30 Uhr, Forum22 Bad Urach

Unterrichtsanregungen

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Le Doudou | Das Kuscheltier

© Pathé International

Le Doudou

Frankreich 2017 | 82 Min. | OmeU | Regie: Philippe Mechelen, Julien Hervé

ab Klasse 7 
Aéroport Paris-CDG. Das heiß geliebte Kuscheltier der kleinen Jeanne verschwindet, und Papa Michel hängt sogleich eine Vermisstenanzeige samt Finderlohn aus. Dies ruft den schlitzohrigen Flughafenangestellten Sofiane und seinen Kumpel Alex auf den Plan, die allerdings nicht so leicht an das schnelle Geld kommen, wie sie gedacht hätten. Eine turbulente und urkomische Verfolgungsjagd beginnt, die Michel und Sofiane manch unerwartete Begegnung mit mehr oder weniger schrägen Typen in und um Paris verschafft.

Philippe Mechelen, einer der beiden Regisseure, beschreibt treffend, warum Le Doudou jedoch viel mehr zu bieten hat als eine Abfolge von witzigen bis klamaukigen Szenen:

« À travers cette quête, nous voulions évoquer un autre sujet plus profond qui est celui de la famille. En fait, dans le film, Le Doudou passe de main en main : il y a l’idée de la transmission, de l’héritage, à travers des rencontres avec des enfants, des adultes, des personnes âgées. »

Fazit aus didaktischer Sicht: Neben „Familie“ können auch die Themen „Stereotype“, „soziale Unterschiede“ sowie „Identitätsfindung“ und „Erwachsenwerden“ mit den Schülerinnen und Schülern beleuchtet werden.
Und selbstverständlich lädt dies spritzige Buddy-Movie geradezu dazu ein, französischen Humor zu entdecken, der in Le Doudou mal auf Wortwitz basiert, aber sich noch viel häufiger in Form von Situations­komik, Running Gags, Slapstick und Charakterkomik präsentiert.
So haben auch jüngere Schülerinnen und Schüler, für die ein französischer Film mit englischen Untertiteln vermutlich eher ungewohnt ist, keine Mühe, dem Film zu folgen und werden sich vermutlich köstlich amüsieren.

Dienstag, 6.11.2018: 10:30 Uhr, Kino Museum Tübingen

Mittwoch 7.11.2018: 10:30 Uhr, Cineplex Reutlingen + 10:30 Uhr Kino Delphi Stuttgart

Unterrichtsanregungen

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Internationale Jury

Internationale Jury

Delphine Lemoine

Die französische Regisseurin Delphine Lemoine kennt Tübingen von Besuchen bei ihrer Großmutter und kommt gern hierher zurück. Nach ihrem Regiestudium arbeitete sie als Regieassistentin für Kino und Fernsehen und entwickelte viele eigene Filmprojekte. Seit 2006 arbeitet sie als Regisseurin für TV-Dramen, unter anderem für die erfolgreiche Primetime-Serie Plus belle la Vie für France 3. Gerade schreibt sie an einer Fernsehserie und ihrem ersten Spielfilm.

Marie Mandy

Marie Mandy ist 1961 in Louvain in Belgien geboren. Aufgewachsen in Afrika und den Vereinigten Staaten absolvierte sie nach einem Romanistik-Studium die London International Film School. Als freie Regisseurin und Fotografin realisiert sie vor allem Dokumentarfilme. Identität, Unterschiede und Kreativität sind die Themen ihrer Filme. Sie drehte eine Reihe von Dokumentarfilmen über Jugendliche und das Erwachsenwerden, über Mütter und Töchter, aber auch einen Film über die Wahrnehmung von Blinden.

Agnès Nordmann

Nach einigen Jahren der Hochschullehre als Philosophiedozentin und Filmemacherin entschied sich Agnès Nordmann für die Kulturdiplomatie (Attachée für Zusammenarbeit und kulturelles Erbe sowie Kulturattachée in Brasilien und Venezuela). Danach arbeitete sie beim Kulturministerium.
2011 gründete sie beim Institut français von Paris den Pôle cinéma français (Programmgestaltung und Rundfunk); 2015 hat sie diesen durch eine europäische Kooperationsinitiative, die von MEDIA / Creative Europe unterstützt wird, erweitert.

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Barbara

© Institut français

Unikino

Der Geheimtipp für alle Studigeldbeutel, denn DER EINTRITT IST FREI!

An der Uni beginnen die Französischen Filmtage bereits einen Tag früher. Vor der offiziellen Eröffnung zeigen wir am Dienstag, den 30. Oktober im Unikino Tübingen (Kupferbau, HS 24) um 19.30 Uhr und parallel in Stuttgart (Uni Stuttgart, Keplerstraße 17, Tiefenhörsaal) um 19.30 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung vom

Barbara

Frankreich 2017 | 97 Min. | OFmeU | Regie Mathieu Amalric

Der Film im Film: Um die französische Chanson-Sängerin Barbara so präzise wie möglich zu verkörpern, setzt sich die Schauspielerin Brigitte bis ins kleinste Detail mit ihrer Rolle auseinander. Doch die Faszination, die von der Sängerin ausgeht, zieht bald nicht nur Brigitte in Bann, sondern auch den Regisseur des Films Mathieu Amalric. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen den Rollen und ihren Darstellern immer mehr.

Hintergrundinformationen

Barbara (geb. Monique Andrée Serf, benannte sich später nach ihrer Großmutter) wird 1930 in Paris als Kind einer jüdischen Familie geboren. Nach dem Krieg widmet sie sich ihrer großen Leidenschaft: dem Singen. Bereits erfolgreich, schlägt sie zunächst eine Einladung nach Göttingen aus; die Erinnerung an die Judenverfolgung wiegt zu schwer. Als ihr ein Tag später ein schwarzer Flügel für die Bühne versprochen wird, kommt sie schließlich doch nach Deutschland und verliebt sich – in Göttingen. Ihre gleichnamige Liebeserklärung steigt zum Symbol der Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich auf.

„Was ich nun sage, das klingt freilich
für manche Leute unverzeihlich:
Die Kinder sind genau die gleichen
in Paris, wie in Göttingen.“
Barbara

Tickets & Spielzeiten

S: Uni Stuttgart Tiefenhörsaal, Keplerstraße 17 | Di 30 | 19.15
TÜ: Arsenal Sa 03 | 11.30